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am 17. November 2019

Blüten Sex – Trickreiche Natur

Redaktion Grüne - Bestäuberinsekten sind massiv bedroht

Im Heimatmuseum Groß-Enzersdorf präsentierte Mag. Reinhold Gayl, Biologe, Autor und ehemaliger Leiter der Abteilung Ökologie am Naturhistorischen Museum Wien, sein Buch „Bienen Sex“.  Dabei nahm er sein interessiertes Publikum mit auf eine reich bebilderte Reise ins Reich der Blüten und ihrer Bestäuber. Die unterschiedlichen Partner wenden oft erstaunlich raffinierte Tricks an, um zu ihrem Ziel zu kommen.

Das Wissen, wie komplex die Natur arbeitet und wie sehr manche Pflanzen auf eine ganz bestimmte Art von Bestäuberinsekt angewiesen sind, macht klar, welche dramatischen Auswirkungen schon der Schwund nur einer Insektenart hat. Die neuesten Zahlen zum Insektenschwund sind erschreckend: In Wiesen und Wäldern ist in den letzten 10 Jahren der Insektenbestand um ein Drittel geschrumpft. Es gibt sowohl einen Rückgang der Artenzahl, als auch einen Rückgang der Gesamtmasse der Insekten. Besonders ausgeprägt war der Insektenschwund auf Grasflächen, die von landwirtschaftlich genutzten Flächen umgeben sind. Eine andere Art der Landwirtschaft muss Teil der Lösung werden. Sonst drohen irgendwann Zustände wie in China, wo mittlerweile Menschen mit Pinselchen Obstblüten bestäuben müssen, weil die Insekten, die das normalerweise machen, ausgestorben sind.