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am 22. Jänner

Mauerfall

- Hoffentlich baldige Wiederherstellung

Der Zusammenstoß von Bus und Mauer am 20. Jänner 2020 hat mich natürlich sehr bestürzt ob des Schadens an unserem Kulturdenkmal, das, wie wir erst kürzlich durch eine in Auftrag gegebene Mauerbefundung erfahren haben, sogar noch älter ist als angenommen. Aber das Wichtigste ist erst einmal, dass nicht mehr passiert ist an Leib und Leben. Den Verletzten wünsche ich baldige Genesung. Steine Ziegel und Mörtel sind ersetzbar, Menschenleben nicht.

Wie leicht hätte da mehr sein können bei der Gewalt des Aufpralles. Wie leicht hätte es passieren können, dass Fußgänger, Wartende, die Besitzerin des Hauses hinter der Stadtmauer, Fahrgäste oder der Fahrer zu beklagen gewesen wären.  

Wir werden rasch in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt beraten, wie die Stadteinfahrt von Groß-Enzersdorf wiederhergestellt werden kann, und vielleicht können intelligente Verkehrssysteme so einen Unfall auch künftig verhindern helfen: Was in PKWs möglich ist – intelligente Bremssysteme – sollte für öffentliche Fahrzeuge und speziell für große Fahrzeuge, die aufgrund ihrer Masse mehr Schaden anrichten können, Standard werden.   

Großer Dank gebührt den Blaulichtorganisationen und dem Bauhof, die sich in einem fünf Stunden währenden Einsatz um die Verletzten gekümmert, den Unfallort gesichert und das Fahrzeug geborgen haben.

Die Stadtmauer von Groß-Enzersdorf, aus der Mitte des 14. Jahrhunderts, ist ein Symbol und eine Identifikation für uns, die uns daran erinnert, wie alt dieses Siedlungsgebiet ist. Es ist ja noch um Vieles älter. Unsere Stadtmauer hat Belagerungen nicht standgehalten, aber Napoleon, die Türkenkriege und den Zweiten Weltkrieg überlebt. Heute sind wir dank ihrer niederösterreichische Stadtmauerstadt.

Auch wenn eine Zeit lang ein seltsamer Anblick unsere Einfahrt prägen wird: Die Stadtmauer wird auch diesen Zusammenstoß mit Blech und Stahl überleben.  

Meint Ihr
grüner Kulturstadtrat Martin Sommerlechner